Beratungsbedarf und Beratungsstrukturen von KMU zu betrieblicher Gesundheitsförderung

Ergebnisse einer Befragung hessischer Handelsunternehmen

Beratungsbedarf und Beratungsstrukturen von KMU zu betrieblicher Gesundheitsförderung

Der hessische RKW-Arbeitskreis „Gesundheit im Betrieb“ will mit dem hier beschriebene Vorhaben sollte klären, welchen Beratungsbedarf diese Betriebe zu Fragen der Gesundheitsförderung haben, welche Informationsangebote sie wünschen oder favorisieren und mit welchen Zugangswegen man sie am besten erreichen kann.

Die Befragung fand 2007/2008 statt. Es wurden Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern aus den versicherten Betrieben der Berufsgenossenschaft Einzelhandel und Warendistribution in Hessen angesprochen. Zur Auswertung lagen schließlich 120 Bögen aus dem Einzelhandel vor.

 

Zentrale Ergebnisse im Überblick

 

• Maßnahmen und Strukturen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind in den Betrieben der Einzelhandelsbranche weniger häufig als in der Metallbranche anzutreffen. Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung werden noch seltener, und zwar in weniger als jedem fünften Betrieb durchgeführt.

• Wie auch in der Metallbranche ist die Existenz gesundheitsfördernder Maßnahmen von der Anzahl der Mitarbeiter im Betrieb unabhängig.

• Die Betriebe schätzen ihren Informationsstand zum Arbeits- und Gesundheitsschutz und zur betrieblichen Gesundheitsförderung überwiegend als ausreichend ein. Auch hier gilt die bereits genannte Skepsis: Wer Anforderungen oder Standards nicht kennt oder registriert hat, fühlt sich ausreichend informiert.

• Die positive Selbsteinschätzung des Informationsstandes kontrastiert deutlich mit dem Befund, dass nur 38% aller Betriebe bislang Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt haben oder nur 36% angeben, regelmäßige Gespräche zum Arbeitsschutz zu führen.

 

• Auch die Angebote zum AGS und zur BGF für kleine Betriebe werden überwiegend als ausreichend bewertet.

• Probleme oder gesundheitliche Beschwerden werden nur von etwa der Hälfte der befragten Betriebe geäußert. Das Bewegen schwerer Lasten, Raumtemperatur bzw. Zugluft, hoher Zeitdruck, soziale Konflikte und die Gestaltung der Arbeitszeiten wurden als Problembereiche genannt.

• Zur Information im Bereich Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung greifen die meisten Betriebe auf Informationen der Berufsgenossenschaften, Krankenkassen und Branchen- bzw. Fachverbände sowie auf Mitgliedszeitschriften zurück.

• Der Kontakt zu überbetrieblichen Institutionen ist mit den Krankenkassen am stärksten ausgeprägt, dahinter folgen Innungen, Handwerkskammern bzw. Industrie- und Handelskammern, die Berufsgenossenschaft und Branchen- bzw. Fachverbände.

• Unterstützung im Arbeits- und Gesundheitsschutz und der betrieblichen Gesundheitsförderung erwarten die Unternehmen vor allem von den Berufsgenossenschaften und Krankenkassen. Zur Information wünschen sich die meisten Betriebe Broschüren bzw. Flyer. In Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern ist ein Internetportal in der Hälfte der Fälle erwünscht.

• Signifikante Ergebnisse, die auf Einflüsse bestimmter Faktoren auf ein Engagement in der BGF schließen lassen konnten nicht festgestellt werden. Trends zu einer stärkeren Verbreitung von gesundheitsfördernden Maßnahmen wurden jedoch bei Betrieben mit Qualitätsmanagementmodellen und Gefährdungsbeurteilungen gefunden.