Schule und Gesundheit

Schule und Gesundheit

Im Aufgabenfeld „Schule & Gesundheit“ des Hessischen Kultusministeriums werden alle Themen rund um das Gebiet der Gesundheit in den Schulen des Landes zusammengefasst. Projekte, Tagungen, Unterrichts­materialien, Beratung und vieles mehr werden angeboten (s. www.schuleundgesundheit.de).

„Schule & Gesundheit“ hat zum Ziel, durch Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention eine bessere Bildungsqualität an den hessischen Schulen zu erreichen. Wesentlich am Programm „Schule & Gesundheit“ ist die Verknüpfung des Prozesses Gesundheitsförderung mit dem jeweils eigenen Schulentwicklungsprozess. So hatten alle hessischen Schulen bis zum Schuljahr 2010/2011 die Verpflichtung, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention sichtbar in das Schulkonzept zu integrieren und im Schulprogramm zu verankern.

Als zentrale Maßnahme wurde das Zertifizierungs­programm "Gesundheitsfördernde Schule" aufgelegt. ­Wesentlich für den Erwerb des Gesamtzertifikates ist die Etablierung eines Gesundheitsmanagementsystems in der Schule. Drei Teilzertifikate sind für das Gesamtzerti­fikat verpflichtend:

  • Ernährungs- & Verbraucherbildung
  • Bewegung & Wahrnehmung und
  • Sucht- & Gewaltprävention


Ein eigenes gesundheitsbezogenes Profilelement kann mit weiteren Teilgebieten angestrebt werden:

  • Umweltbildung/Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
  • Verkehrserziehung/Mobilitätsbildung
  • Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern

 

Im Rahmen des Bereiches Ernährung wurden allen 2.000 Schulen die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zugeleitet und empfohlen, auch vor dem Hintergrund, dass in zunehmendem Maße Schulmensen eingerichtet werden, deren Angebot eine vollwertige gesundheitsfördernde Mittags- und Pausenverpflegung ermöglichen muss.

Bislang wurden insgesamt 850 Teilzertifikate und 30 Gesamtzertifikate vergeben. Neben diesen Entwicklungen auf der schulischen Ebene konzipierte das Team Schule & Gesundheit die Servicestelle Schule & Gesundheit als Unterstützungssystem auf der landesweiten Ebene. Die Servicestelle Schule & Gesundheit wurde im Amt für Lehrerbildung angesiedelt und hat u. a. folgende Aufgaben:

  • Planung und Durchführung von Fachtagungen zu Themen aus Schule & Gesundheit, z. B. Gesundheit von Schülerinnen und Schülern mit dem Schwerpunkt psychische Gesundheit
  • Mitarbeit bei der Steuerung des Gesamtprozesses zum Aufbau eines Unterstützungssystems für alle hessischen Schulen
  • Aufbau und Weiterentwicklung eines Netzwerkes mit außerschulischen Kooperationspartnern, z. B. mit der Goethe-Lehrerakademie (GLA), mit der Stadt Frankfurt, Krankenkassen, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten
  • Kooperation mit dem Institut für Qualitätsentwicklung
  • Planung und Durchführung der Weiterqualifizierung der Fachberaterinnen und Fachberater Schule & Gesundheit der Staatlichen Schulämter, z. B. Kommunikation, Teamentwicklung, Gesundheitsmanagement
  • Implementierung von Schule & Gesundheit in die Phasen der Lehrerbildung, z. B. Integration von Themenstellungen in die Module der Studienseminare, Entwicklung eines Zertifikats Gesundheit für Lehrkräfte in Kooperation mit der GLA


Zur weiteren Unterstützung der Schulen wurde die Homepage Schule & Gesundheit (www.schuleundgesundheit.hessen.de) überarbeitet und erweitert. So wurden z. B. spezielle hessische Instrumente zur Online-Befragung „Gesundheit von Lehrkräften“ zusätzlich aufgenommen. Ebenso neu aufgenommen wurde das Thema „Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“.

Die hohen Zugriffszahlen belegen ein reges und steigendes Interesse an den themenbezogenen Inhalten und ­bereit gestellten Informationsmaterialien.

Von der Servicestelle Schule & Gesundheit wurden im ­Berichtszeitraum der Ordner Schule & Gesundheit weiterentwickelt und Materialnachlieferungen für die Schulen bereitgestellt.

Das Arbeitsgebiet Schule & Gesundheit – mit der Möglichkeit für Schulen sich zertifizieren zu lassen – wurde positiv von den Schulen angenommen und führte zu guten Ergebnissen. Dies zeigen auch die Berichte der regulären Schulinspektion. Die angebotenen landesweiten Fachtagungen fanden durchweg eine positive Resonanz und wurden von meist 500 bis 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht.

Die regionalen Unterstützungssysteme S&G an den staatlichen Schulämtern sind gut etabliert und werden rege von Schulen nachgefragt. Eben durch diese regionalen Einrichtungen wurden regionale Fachtagungen zu Themen von S&G sehr erfolgreich durchgeführt.

Für die nächsten Jahre sollen die begonnenen Maßnahmen weiterentwickelt und die Schwerpunkte Arbeitsschutz/Gesundheitsmanagement und Lehrergesundheit voran gebracht werden.

Logos Schule & Gesundheit

Auf der Grundlage von mindestens vier erworbenen Teilzertifikaten können die Schulen eine Gesamtzertifizierung als „Gesundheitsfördernde Schule“ beantragen. Voraussetzung dafür sind Zertifizierungen in den Themenfeldern Ernährungs- und Verbraucherbildung, Bewegung und Wahrnehmung, Sucht- und Gewaltprävention. Zusätzlich können Schulen einen eigenen Schwerpunkt aus den Bereichen Umweltbildung/Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, Verkehrserziehung/Mobilitätsbildung oder Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern wählen. Die Teil- und Gesamtzertifikate beinhalten zentrale Elemente des Gesundheitsmanagements und sind wichtige Bestandteile des Hessischen Referenzrahmens zur Schulqualität, der den regelmäßig stattfindenden Schulinspektionen zugrunde liegt.

Immer mehr Schulen in Hessen beteiligen sich an dem Programm „Schule & Gesundheit“ des Kultusministeriums. Details hierzu finden Sie unter Schule & Gesundheit.

Nähere Informationen zur Zertifizierung unter:
www.schuleundgesundheit.hessen.de/ zertifizierung.html

 

„Die [gesundheitsfördernden] Schulen können stolz sein auf das, was sie mit dem Gesamtzertifikat und den Teilzertifikaten erreicht haben“, sagt die Hessische Kultusministerin Dorothea Henzler. „Sie gehören damit zu den absoluten Vorreitern in Sachen Schulentwicklung durch Gesundheitsförderung und sind Vorbilder für viele andere Schulen.“ Schulische Gesundheitsförderung, so Henzler weiter, beziehe alle Bereiche des schulischen Lebens – also Unterricht, Schulleben und den schulischen Raum – ein mit dem Ziel, die Kompetenz zur Förderung der eigenen Gesundheit zu entwickeln und zu stärken.

Gesundheit als Thema sei jedoch nichts, was man einfach auswendig lernen und reproduzieren könne. Vielmehr müssten die Inhalte verinnerlicht, gelebt und vorgelebt werden. „Gerade beim Thema Gesundheit muss die Erziehung zu Hause und in der Schule Hand in Hand gehen. Denn alle Anstrengungen in der Schule nützen wenig, wenn diese von den Eltern nicht unterstützt werden“, sagt die Ministerin.

 

 

 


Termine, Querverweise und Links


drucken MySpace Facebook Twitter Email Bookmark