Zahngesundheit

Zahngesundheit

Zur Zahngesundheit liegen bundesweite Daten vor, die auch auf Länderebene ausgewertet werden. Die Erhebungen werden repräsentativ und mit einheitlichen Untersuchungsstandards durchgeführt.30 Zur Messung der Zahngesundheit wurde der dmf-t (Milchzähne) und der DMF-T Index (bleibende Zähne) verwendet. Bei diesen Indices wird die Zahl der von Karies befallenen (decayed), fehlenden (missing) und gefüllten oder überkronten (filled) Zähne addiert. Ein dmf-t oder DMF-T von 0 bezeichnet ein naturgesundes Gebiss, je höher der Index, desto schlechter das Gebiss. Der Zahnwechsel dauert bei Kindern etwa vom sechsten bis zum dreizehnten Lebensjahr.

 

Abb. 20_ Zahnindices dmf-t und DMF-T nach Alter und Untersuchungsjahr, Hessen 1994 – 2009
Legende: Zur Messung der Zahngesundheit wurde der dmf-t (Milchzähne) und der DMF-T Index (bleibende Zähne) verwendet. Bei diesen Indices wird die Zahl der Karies befallenen (decayed), fehlenden (missing) und gefüllten oder überkronten (filled) Zähne addiert. Ein dmf-t oder DMF-T von 0 bezeichnet ein naturgesundes Gebiss, je höher der Index, desto schlechter das Gebiss. Der Zahnwechsel dauert bei Kindern etwa vom sechsten bis zum dreizehnten Lebensjahr.
Quelle: Epidemiologische Begleituntersuchung zur Gruppenprophylaxe der DAJ, 2010.28

Die Zahngesundheit der Kinder in Hessen insgesamt hat sich innerhalb von fünfzehn Jahren deutlich verbessert. Auch die Werte der 15-Jährigen verbesserten sich von 1,83 im Jahr 2004 auf 1,14 im Jahr 2009. (Abb. 20) Die Weltgesundheitsorganisation formulierte bereits 1984 das Ziel, bei Zwölfjährigen den Kariesbefall bis zum Jahr 2000 unter DMF-T 1,2 zu erreichen. Dies wurde in jenem Jahr in Hessen mit 1,08 bereits unterboten und sinkt weiterhin auf zuletzt 0,6 im Jahr 2009.31

 

Abb. 21_ Zahngesundheit (Mittlere DMF-T-Werte) bei Schülern verschiedener Schultypen, Deutschland 2009
Legende: je niedriger der Wert, umso besser der Zahnstatus.
Quelle: Epidemiologische Begleituntersuchung zur Gruppenprophylaxe der DAJ, 2010.

Es gibt erhebliche Unterschiede in der Mundgesundheit je nach Schultyp, wobei die Zahngesundheit 2009 bei 12 und 15-Jährigen Hauptschülern am schlechtesten ist und über Real- und Gesamtschule hin zum Gymnasium zunimmt. (Abb. 21)

Die Verbesserung der Zahngesundheit wird v. a. im Zusammenhang mit

  • der Verbreitung gruppenprophylaktischer Maßnahmen in Kindertagesstätten und Schulen wie
  • die Aufklärung der Eltern
  • der Fluodierung und
  • individualprophylaktischen Maßnahmen wie die Versiegelung von Rissen im Zahnschmelz (Fissuren) gesehen.


Ausschließlich in Hessen wird mit dem „zuckerfreien Vormittag“, einem Kooperationsprojekt der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH) und der Sektion Hessen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, ein Beitrag sowohl zur Zahngesundheit als auch zur Verbesserung des Ernährungsverhaltens geleistet.

 

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20 Jahre im Dienste der Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen

Die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH) und die 21 hessischen Arbeitskreise Jugendzahnpflege (AKJ) feierten am 22. Juni 2010 ihr Jubiläum: 20 Jahre Gruppenprophylaxe. Die hessische Organisation zur Zahngesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen hat erreicht, dass im Vergleich zum Startjahr 1999, der Kariesbefall bei Kindern in Hessen um 70% zurückgegangen ist.

Die vorbeugenden Maßnahmen der sogenannten Gruppenprophylaxe sieht der Gesetzgeber für alle Kinder bis zum 12. Lebensjahr vor. Alle Kinder sollen eine Chance auf gesunde Zähne bekommen, denn der Sozialstatus eines Menschen soll nicht an seinen Zähnen ablesbar sein. Dafür wurde 1990 der § 21 im Sozialgesetzbuch (SGB V) verankert.

 

Heute kennen alle Kinder IRMA, die hessische Zahnputzhexe. „Zahnbürste tanz‘ in meinem Mund…“ ist das Zauberlied (www.youtube.com/watch?v=ZNIcs8n_OgE), mit dem die hessischen Kinder die KAI-Zahnputzsystematik (KAI = Kauflächen – Außenflächen – Innenflächen) erlernen und Zuhause sowie in den Kindertageseinrichtungen täglich üben, damit sie die Kulturtechnik Mundpflege mit ins Leben nehmen können. Der zuckerfreie Vormittag ist bei Erzieherinnen und Lehrerinnen ein fester Begriff: Kinder lernen, wie lecker die kauaktiven, zahngesunden Lebensmittel schmecken und wie gut Wasser den Durst löscht! Ein Besuch der Praxis des betreuenden Patenschaftszahnarztes baut die Angst vor dem Zahnarzt ab. Kinder lernen hier den Zahnarzt als Freund und Helfer für gesunde Zähne kennen. Die Beratung und Information der Eltern sowie umfangreiche Fortbildungsangebote für pädagogische Fachkräfte rundet das Engagement der hessischen Jugendzahnpflege
(www.jugendzahnpflege.hzn.de) ab.

 

 


  1. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V., Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe. Daten liegen aus den Jahren 1994/95, 1997, 2000, 2004 und 2009 vor.
  2. Hessische Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege.

 

 

 


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