Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen

Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen

KinderDie Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist ein hohes Gut. Diese Altersgruppe hat das Leben noch vor sich und kann lange von einem Aufwachsen in Gesundheit profitieren. Sie muss aber auch am längsten die Folgen falscher gesundheitlicher Weichenstellungen tragen.

 

Die Gesundheitsindikatoren in Hessen zeigen für die einzelnen Bereiche unterschiedliche Entwicklungen. Ein Schwerpunkt dieses Kapitels sind psychische Auffälligkeiten und Erkrankungen. Die vorhandenen Daten weisen darauf hin, dass sie unter Kindern und Jugendlichen verbreitet und zunehmend auftreten und ein bedeutendes Gesundheitsproblem darstellen. Es gibt Gesundheitsindikatoren, die seit einigen Jahren unverändert bleiben. Ein Beispiel ist der Anteil übergewichtiger Kinder in der Schuleingangsuntersuchung. Aus Studien sind Ursachen wie Bewegungsmangel oder die familiäre Ernährungsweise bekannt. Unter den hessischen Schulanfängern sind Kinder mit einem Migrationshintergrund aus dem Mittelmeerraum und Subsahara-Afrika besonders häufig von Übergewicht betroffen. Positive Nachrichten gibt es aus dem Vorsorgebereich zu vermelden. Durch das Hessische Kindergesundheitsschutzgesetz nehmen heute fast alle Kinder an den sog. „U-Untersuchungen teil“ (Themenauswahl und Vorgehen). Ebenso hat sich die Teilnahme an den empfohlenen Impfungen in den letzten Jahren deutlich erhöht (Impfungen). Auch die Zahngesundheit (Zahngesundheit) hat sich weiter verbessert.

 

Viele der Gesundheitsbelastungen des Kindes- und ­Jugendalters stehen im Zusammenhang mit Verhaltensmustern des eigenen und familiären Lebensstils und wären damit prinzipiell vermeidbar. Kinder und Jugendliche haben nur eine begrenzte Autonomie und werden in ihrem selbstbestimmten Verhalten zudem stark durch das ­familiäre und weitere soziale Umfeld geprägt. Da unter ­Erwachsenen problematische Verhaltensmuster beispielsweise in der Ernährung oder körperlichen Aktivität weit verbreitet sind, fehlen vielen Kindern und Jugendlichen erwachsene Vorbilder.

 

Aus der Abhängigkeitssituation erwächst für die Eltern oder andere erwachsene Bezugspersonen besondere Verantwortung, eigene der Gesundheit abträgliche ­Verhaltensweisen nicht an die heranwachsende Generation weiterzugeben und gesundheitliche Belastungen für Kinder (beispielsweise durch das Rauchen der Eltern) möglichst gering zu halten.

 

Ein kleiner Teil der Kinder und Jugendlichen ist durch die Verhältnisse des Elternhauses und Umfelds in vielfältiger Weise stark benachteiligt, so dass sie nur wenig Chancen haben, Verhaltensweisen und Kenntnisse für ein gesundes Leben zu erlernen sowie Mut und Selbstvertrauen zu entwickeln, um die Probleme des Erwachsenwerdens zu meistern. Diese problematischen Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen stellen die Gesellschaft vor besondere Herausforderungen. Kindertagesstätten bieten als Lernort gute Bedingungen für eine frühzeitige und altersgerechte Gesundheitsförderung. Hier können Kinder in einem Alter über entsprechende pädagogische Konzepte (z. B. den Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan) erreicht werden, da negative, gesundheitsschädigende Eigenschaften noch nicht aufgetreten bzw. noch nicht gefestigt sind. Auch der Umgang mit Ernährungsverhalten und Essgewohnheiten sowie Bewegung und Sport gehört zu den Alltagsaufgaben des pädagogischen Personals in Kindertagesstätten. (Abb. 3)

Legende: Die hier erfassten Erkrankungen entsprechen den HMG-Diagnosen der jeweiligen Diagnosegruppe (siehe Krankheiten und Todesursachen ). Diabetes Typ 2 und Typ 1, psych. KH (inkl. ADHS), Krebsdiagnosen, Lungenkrankheiten (u.a. Asthma, Bronchitis) Epilepsie (HMG 074), Schwerwiegende bakterielle Infektionen der Unterhaut und des Fettgewebes (HMG152). Quelle: Daten gesetzlicher Krankenkassen auf der Basis von „hierarchisierten Morbiditatsgruppen“ (HMG), eigene Berechnung/Hessen 2009.

 

Das Fundament für ein Leben in Gesundheit wird in der Kindheit und auch schon in der Schwangerschaft gelegt. Deshalb ist der Gesundheit im ersten Abschnitt des Lebens besondere Aufmerksamkeit zu widmen, selbst wenn es sich um die gesündeste Phase im Leben des Menschen handelt. Die Folgen gesundheitlich problematischer ­Lebensbedingungen und falscher gesundheitlicher Weichenstellungen in der Kindes- und Jugendzeit manifestieren sich nur zum Teil schon in der Kinder- und Jugendzeit.

 

Dieses Kapitel untersucht die gesundheitliche Situation von 1.004.000 in Hessen wohnenden Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis unter 18 Jahren. 1

 

Die Jugendzeit endet mit dem Erreichen der Volljährigkeit mit 18 Jahren. Nicht so eindeutig ist hingegen die Altersgrenze zwischen Kindern und Jugendlichen. In diesem Kapitel werden 0– bis 13-Jährige als Kinder und 14– bis 17-Jährige als Jugendliche bezeichnet. In Ausnahmefällen gehen auch Daten von Personen über 18 Jahren in dieses Kapitel ein. Dann wird die Bezeichnung „junge Erwachsene“ gewählt.

 

 


  1. Stand: 31.12.2008, Statistisches Landesamt
    Die Jugendzeit endet mit dem Erreichen der Volljährigkeit mit 18 Jahren. Nicht so eindeutig ist hingegen die Altersgrenze zwischen Kindern und Jugendlichen. In diesem Kapitel werden 0– bis 13-Jährige als Kinder und 14– bis 17-Jährige als Jugendliche bezeichnet. In Ausnahmefällen gehen auch Daten von Personen über 18 Jahren in dieses Kapitel ein. Dann wird die Bezeichnung „junge Erwachsene“ gewählt.

 

 

 


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