Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen

Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen

Zusammenfassung

KinderDie Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen hat das Leben noch vor sich und kann lange von einem Aufwachsen in Gesundheit profitieren. Sie muss aber auch am längsten die Folgen falscher gesundheitlicher Weichenstellungen tragen. Viele der Gesundheitsbelastungen des Kindes- und Jugendalters stehen im Zusammenhang mit erworbenen Verhaltensmustern des eigenen oder familiären Lebensstils und wären damit prinzipiell vermeidbar. Kinder und Jugendliche haben teils nur eine begrenzte Autonomie und werden in ihrem Verhalten durch ihr familiäres und soziales Umfeld geprägt. Da unter Erwachsenen problematische Verhaltensmuster beispielsweise in der Ernährung oder körperlichen Aktivität weitverbreitet sind, fehlen vielen Kindern und Jugendlichen oft auch die erwachsenen Vorbilder. Aus dieser Abhängigkeits­situation erwächst für die Eltern und weitere erwachsene Bezugspersonen eine besondere Verantwortung, die eigenen, der Gesundheit abträglichen Verhaltensweisen nicht an die heranwachsende Generation weiterzugeben.

Die in diesem Gesundheitsbericht dargestellten Zusammenstellungen der Erkrankungsdaten aus den Diagnosedaten der hessischen Krankenkassen liefern eine wichtige Datenbasis zum objektiven Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen in Hessen.

Übereinstimmend dazu belegen vorliegende bundesweite Studien, dass der größte Teil der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gesund ist. Allerdings zeigen die Daten auch, dass bei ca. 20 % aller Mädchen und Jungen gesundheitliche Auffälligkeiten zu beobachten sind. Dabei ist eine Verschiebung des Krankheitsspektrums zu beobachten, von den akuten zu überwiegend chronisch-körperlichen Erkrankungen und von körperlichen zu psychischen Erkrankungen.

Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention im Kinder- und Jugendalter sollte sich an der Datenlage der Gesundheitsberichterstattung orientieren. Neben den Schuleingangsuntersuchungen, der HBSC-Studie zur Gesundheit und zum gesundheitsrelevanten Verhalten von 11- bis 15-jährigen Schülerinnen und Schülern trägt insbesondere der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts (KiGGS) mit den bundesweit ­repräsentativen, umfassenden Erkenntnissen wichtige ­Daten dazu bei. Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey liefert Informationen zur körperlichen und see­lischen Gesundheit von Kindern, zu ihrer sozialen Lage und Lebenssituation sowie zur Inanspruchnahme medizinischer Vorsorgeangebote.

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration und das Hessische Kultusministerium haben einen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen (BEP) erstellt und nach einer eineinhalbjährigen Erprobungsphase Ende 2007 an die Praxis in Kindertagesstätten und Grundschulen übergeben. Er richtet den Blick auch auf gesundheitsbezogene Fragestellungen in den Organisationen des Elementar- und Primärbereichs und bezieht darüber hinaus auch andere Bildungsorte wie Kindertagespflege, Familienbildung und vor allem die Familie mit ein. Der Plan stellt das Kind in den Mittelpunkt und nicht mehr die Institution und bildet den Rahmen allen pädagogischen Handelns.

Ein Schwerpunkt des BEP ist die Stärkung der Basiskompetenzen von Kindern. Sie bildet u. a. die Grundlage für die körperliche und seelische Gesundheit, das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Kinder. Körperbezogene Kompetenzen wie Eigenverantwortung für Gesundheit und Wohlbefinden, die Fähigkeit zur Regulation von Anstrengung und Entspannung, Stressbewältigung und Körper­bewusstsein sind die wesentlichen Ziele für die Umsetzung im pädagogischen Alltag. Gesundheit sowie Bewegung und Sport sind darum wesentliche Bildungs- und Erziehungsziele. Seit Ende 2008 stehen zu diesen und vielen weiteren Themen begleitende Fortbildungsbausteine für alle Fach- und Lehrkräfte zur Verfügung.

Das Fundament für ein Leben in Gesundheit wird in der Kindheit und auch schon in der Schwangerschaft gelegt. Deshalb ist der Gesundheit im ersten Abschnitt des Lebens besondere Aufmerksamkeit zu widmen, selbst wenn es sich um die gesündeste Phase im Leben des Menschen handelt. Die Folgen gesundheitlich problematischer ­Lebensbedingungen und falscher gesundheitlicher ­Weichenstellungen in der Kinder- und Jugendzeit manifestieren sich zum Teil schon in der Kinder- und Jugendzeit.

Dieses Kapitel untersucht die gesundheitliche Situation von 1.005.000 in Hessen wohnenden Kindern und Jugend­lichen im Alter von 0 bis unter 18 Jahren1 (Abb. 3).

Legende: Die hier erfassten Erkrankungen entsprechen den HMG-Diagnosen der jeweiligen Diagnosegruppe (siehe Kapitel 7, Seite 150). Diabetes Typ 2 und Typ 1, psych. KH (Depression, Angst-, Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen. ADHS konnte aufgrund der HMG-Systematik nicht mehr erfasst werden), Krebsdiagnosen, Lungenkrankheiten (u. a. Asthma, Bronchitis), Epilepsie (HMG 074), schwerwiegende bakterielle Infektionen der Unterhaut und des Fettgewebes (HMG152). Quelle: Daten gesetzlicher Krankenkassen auf der Basis von „hierarchisierten Morbiditätsgruppen“ (HMG) 2011, Statistisches Landesamt, eigene Berechnung 2013.

 

Die Jugendzeit endet mit dem Erreichen der Volljährigkeit mit 18 Jahren. Nicht so eindeutig ist hingegen die Altersgrenze zwischen Kindern und Jugendlichen. In diesem Kapitel werden 0- bis 13-Jährige als Kinder und 14- bis 17-Jährige als Jugendliche bezeichnet. In Ausnahmefällen gehen auch Daten von Personen über 18 Jahren in dieses Kapitel ein. Dann wird die Bezeichnung „junge Erwachsene“ gewählt.

Lebenskompetenzförderung für Kinder und Jugendliche

Lebenskompetente, resiliente Kinder, Jugendliche und ihre Familien besitzen die Fähigkeit, mit den Anforderungen und Herausforderungen des täglichen Lebens umzugehen. Sie sind eher in der Lage, Herausforderungen und Bedrohungen wie Gruppendruck, Schulstress, Konsumorientierung, persönliche oder familiäre Krisen, Reizüberflutung und Ängste zu bewältigen, ohne daran zu erkranken. Die für die Bewältigung des Alltagslebens wichtigsten Kompetenzen sind soziale und kommunikative Kompetenz, Sprachkompetenz, Handlungs- und Entscheidungskompetenz. Die Entwicklung von Kompetenzen setzt ­voraus, dass das jeweils erforderliche Wissen, die sozialen Regeln und praktischen Fertigkeiten im Rahmen von Erziehungs-, Bildungs- und Sozialisationsprozessen erworben und eingeübt, korrigiert und (selbst-)kontrolliert werden können. Vorschulische Einrichtungen und Schulen, in denen Kinder und Jugendliche einen ­großen Anteil ihres Lebens verbringen, haben darum einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung und Biografie Aufwachsender.

Gesundheitsförderung vor Ort

Entwicklung von lokalen Gesamtstrategien durch Netzwerke für mehr Gesundheit und Lebensqualität

In den Kommunen, Stadtteilen oder Quartieren können die Angebote der Gesundheits-, Bildungs-, Familien- und Stadtentwicklungspolitik über alle Phasen des Kinder- und Jugendalters in den Lebensalltag der Kinder und Familien umgesetzt werden. Präventive Angebote bedürfen insbesondere einer lokalen Weiterentwicklung durch fachebenen- und sektorenübergreifende Kooperation. Organisierte Netzwerke mit verbindlichem Charakter, gemeinsamer Haltung und Leitideen, abgestimmter Prioritätensetzung und partizipativer Aushandlung der gewünschten Projektziele können deutlich bessere Wirkungen erzielen. Wie integrierte Handlungskonzepte zur nachhaltigen Verbesserung der Gesundheitschancen von Kindern und Jugendlichen in den Sozialräumen weiterentwickelt werden können, zeigen z. B. die Handlungsempfehlungen „Gesundheitschancen von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen nachhaltig verbessern“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Partizipation, Empowerment, Niedrigschwelligkeit, Orientierung am Setting-Ansatz mit verhaltens- und verhältnispräventiven Anteilen, Koordination, Qualitätsentwicklung und Evaluation (fachlich und wirtschaftlich) sowie die Integration der Gesundheitsförderung in die Aus-, Fort- und Weiterbildung sind wichtige Schritte hin zu sogenannten Gesundheitsförderungs- und Präventionsketten.

Präventionskette

Der Begriff Präventionskette steht für eine präventive, lebensphasenorientierte Unterstützungsstruktur. Präventionsketten zielen darauf ab, die Ressourcen und Kompetenzen aller verantwortlichen öffentlichen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure sowie Institutionen zu bündeln und deren Angebote aufeinander abzustimmen. Im Rahmen eines gemeinsamen Handlungsansatzes können so die Voraussetzungen für gesunde Lebensbedingungen in einer Kommune geschaffen und eine lebensphasenübergreifende ­Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien sichergestellt werden.

Weitere Informationen unter http://www.hage.de/aktivitaeten/soziale-lage/partnerprozess-gesund-aufwachsen-fuer-alle.html.

 

Lebenskompetenzen und Kompetenzförderung

Unter Kompetenz (lateinisch: compere – zu etwas fähig sein) wird ganz allgemein die Fähigkeit zur Bewältigung von Lebenssituationen verstanden. Lebenskompetenz betont die Verbindung von Leben und Kompetenz und bezeichnet damit Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Individuen benötigen, um mit den altersgemäßen Herausforderungen und Aufgaben des täglichen Lebens erfolgreich umzugehen. Im engeren Sinne unterscheidet man dabei zwischen „skills“ und Kompetenz. Skills sind diejenigen Fertigkeiten, die man braucht, um bestimmte Aufgaben durchzuführen und vorhandene Probleme zu lösen, während Kompetenz sich darauf aufbauend auf die situationsgemäße Verwendung dieser Fertigkeiten bezieht. Dieser ­Ansatz wurde als „life skills“-Konzept in den 1980er-Jahren in den USA entwickelt und bildet mittlerweile ein wichtiges Element der personen- und ­verhaltensbezogenen Gesundheitsförderung.

Quelle: www.bzga.de/leitbegriffe/?id=angebote&idx=44

 

Anteilen, Koordination, Qualitätsentwicklung und Evaluation (fachlich und wirtschaftlich) sowie die Integration der Gesundheitsförderung in die Aus-, Fort- und Weiterbildung sind wichtige Schritte hin zu sogenannten Gesundheitsförderungs- und Präventionsketten.

Landeskonferenz

„Gesund Aufwachsen – Kinder und Jugendliche stark machen – Kompetenzförderung als Strategie der Gesundheitsförderung“

Frankfurt, 24. August 2011

Für Kinder ist der Erwerb von Lebenskompetenzen zentral für die Entwicklung der Persönlichkeit und die Lebensgestaltung. Die Kita sei als bedeutender Lern- und Lebensort für Kinder und Eltern zu begreifen, der ausgezeichnet zur Förderung von Lebenskompetenz und Resilienz geeignet ist, so Prof. Dr. Fröhlich-Gildhoff vom Zentrum für Kinder- und Jugendforschung an der EH Freiburg im einleitenden Fachvortrag. In dieser Lebenswelt sind Kinder, ihre Familien und die pädagogischen Fachkräfte (Erzieher/-innen und Frühpädagoginnen und Frühpädagogen) eingebettet und können gemeinsam einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder und ihrer Familien haben. Unerlässlich für gesundes Aufwachsen ist nach Einschätzung von Fröhlich-Gildhoff auch der Aufbau und die Entwicklung persönlicher, emotionaler und sozialer Schutzfaktoren, um Entwicklungsaufgaben, aktuelle Anforderungen und Krisen zu meistern. Als wesentliche Schutzfaktoren zählten die Ausbildung von stabilen emotionalen Beziehungen, ein emotional warmes, offenes, aber auch strukturiertes Erziehungsverhalten, soziale Unterstützung von außen, das Gefühl, der eigenen Existenz eine Bedeutung beizumessen, sowie die Möglichkeit, früh Selbstwirksamkeitserfahrungen machen zu können. Ausgebildete Schutzfaktoren verringerten die Gefahr, auf Situationen und Lebenslagen mit Risikoverhalten wie z. B. Aggressivität, destruktivem Verhalten oder Suchtverhalten zu reagieren.

Zu den Herausforderungen zählte Prof. Fröhlich-Gildhoff in seinem Fachvortrag insbesondere die Unterstützung von Familien und Eltern, die mit ihrem Erziehungsauftrag überfordert sind, der positive Umgang mit den unterschiedlichen Kulturen sowie die Berücksichtigung des veränderten Bildungsbegriffs in den Curricula (Lehrplänen) der Organisationen. Zur Bewältigung dürfe auch das Fachpersonal in den Einrichtungen nicht vergessen werden, was für eine veränderte Aufgabe unterstützt werden muss.

Weitere Informationen in der Dokumentation der Lan­deskonferenz unter http://www.hage.de/service/veroeffentlichungen/dokumentationen/landeskonferenz-kinder-und-jugendliche-stark-machen.html.

 

Gesunde Ernährung in Kita und Schule

Der Bereich Ernährung zählt zu den klassischen Themen der Gesundheitsförderung. Das Ernährungsverhalten stellt einen wichtigen Teil lebensstilbezogenen Verhaltens dar und wird in den ersten Lebensjahren hauptsächlich durch die Ernährungsweise des familiären Umfelds geprägt. Aufgrund der gesellschaftlichen und wirtschaft­lichen Entwicklungen verändert sich die Gestaltung des Ernährungsalltags. Mit dem Ausbau von Ganztageseinrichtungen haben Kitas und Schulen, neben der Familie, eine wachsende Verantwortung und Vorbildfunktion bei der Etablierung eines hochwertigen Verpflegungsangebotes und der Ausprägung eines gesundheitsförderlichen Essverhaltens und einer gesundheitsfördernden Esskultur.

Diese Esskultur zeichnet sich, neben einem ernährungsphysiologisch hochwertigen und abwechslungsreichen Speisenangebot, auch durch eine positive Essatmosphäre aus, in der die gemeinsame Mahlzeit eine soziale Bedeutung hat und die Kommunikation und Fürsorge füreinander gefördert wird. Eine ausgewogene Ernährung zusammen mit der Stärkung der Genuss- und Selbstkompetenz und einer Atmosphäre, in der das Essen zelebriert wird, können dazu beitragen, die Ernährungskompetenz, oder auch „Food Literacy“, zu stärken. Dieser Begriff verbindet die Themen Ernährung/Lebensmittel mit Kompetenzbildung und beschreibt die Fähigkeit, den Ernährungsalltag selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und genussvoll zu gestalten.

Landeskonferenz

„Gesund Aufwachsen – Förderung der Esskultur und Stärkung der Ernährungskompetenzen in Ganztagseinrichtungen“

Am 11. Dezember 2014 fand die 4. Landeskonferenz „Gesund Aufwachsen“ mit dem Titel „Förderung der Esskultur und Stärkung der Ernährungskompetenzen in Ganztagseinrichtungen“ statt. Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Themen Förderung von Ernährungskompetenz und Esskultur von Kindern und Jugendlichen, aktuelle Verpflegungskonzepte sowie Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung mit Ansätzen und Modellen aus der Praxis.

Prof. i. R. Dr. Barbara Methfessel, Pädagogische Hochschule Heidelberg, skizzierte in ihrem Eingangsvortrag, warum Essen in der Kita oder Schule so wichtig für die Entwicklung von Kindern ist. „Wir sind und werden, was wir essen – (nicht nur) auf physischer Ebene. Der Körper kann nur permanent aus dem auf- und umgebaut werden, was wir essen. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass ihr Körper nur aus dem bestehen kann, was man ihm zuführt, sondern sehen den Körper als Maschine, die regelmäßig gepflegt, betankt, geölt‘ werden muss.

Der Mensch ist aber keine Maschine, die – einmal fertig gebaut – mit Energie ‚betankt‘ und mit Nährstoffen ‚geölt‘ wird. Vielmehr ist der menschliche Körper ein hochkomplexes System, welches sich im permanenten Umbau befindet, u. a. weil sich viele zentrale Organe innerhalb relativ kurzer Zeiten (viele zwischen einigen Tagen und einigen Monaten) erneuern. Die ‚Qualität des Körperumbaus‘ wird so auch durch die Qualität des Essens gesteuert. Eine (ungenügende) Versorgung kann (wird) sich durch einen ‚Mangel im Aufbau‘ (z. B. bei Knochen) oder durch ‚Fehler bzw. Schwächen in den Körperfunktionen‘ (z. B. durch Konzentrationsprobleme bei Flüssigkeits- und Nährstoffmangel) bemerkbar machen. Außerdem: Gut ernährte (und sich bewegende) Kinder lernen besser und sind gesünder. Schul- und KiTa-Essen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Esssozialisation und Enkulturation (Teil des Sozialisationsprozesses) der Ernährung und angepasste Essrhythmen beeinflussen die Leistungsfähigkeit und das Verhalten. Schulernährung kann soziale Differenzen mildern.“

Ihr Vortrag verdeutlichte, dass das Thema „Gesunde Verpflegung“ eben mehr ist als gesundes Essen, sondern ein pädagogisches Handlungsfeld, welches eine eigene Professionalität verlangt. Vorhanden sind bei den Kindern nur die grundlegenden sensorischen Präferenzen (süß, süß-sauer, salzig, umami und fett) bzw. Aversionen (sehr sauer, sehr salzig, bitter).

Kinder wachsen also in „esskulturelle Muster“ hinein, lernen die Speisen, die Rhythmen und die Regeln der Esskultur in Sozialisations- und Enkulturationsprozessen kennen. Sie eignen sich dabei auch den „Geschmack der Kultur“ an. Welche Lebensmittel bevorzugt werden, wird also durch die erlernte und gelebte Esskultur in den Einrichtungen und den Familien erfahren. Prof. Dr. Methfessel unterstreicht aus diesem Grund die Bedeutung, Kita und Schule weiter als gesunde Lebensräume im Sinne des Setting-­Ansatzes der WHO auszubauen. Kita und Schule als Lebensräume gestaltet nähmen positiven Einfluss auf die intellektuelle, soziale, psychische und physische Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Schließlich würden alle von einer guten Kita- und Schulkultur profitieren, mehr als alle in sie investieren.

 

 


  1. Hessisches Statistisches Landesamt, Bevölkerung Hessens nach Altersgruppen und Geschlecht zum 31.12.2014, Wiesbaden 2015.

 

 

 


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